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© 2017 LAURA LETSCHERT

DER ERSTE SCHRITT IST DER WICHTIGSTE

June 24, 2016

 

Für mich war klar, dass es Herzblut und Arbeit von mir erfordert, meine erste eigene Website zu gestalten. Und ja, es hat auch Spaß gemacht, kreativ zu arbeiten, Texte zu schreiben... Dass es mich jedoch so viel Zeit und Energie kosten würde, hätte ich nicht erwartet. Dabei hatte ich große Unterstützung durch meinen Freund Christian und natürlich Evi, meiner tollen Webdesignerin, die mir die komplette Website gebaut (und auch ein paar Mal umgebaut) hat. Sie beruhigte mich netterweise immer wieder. Sie sagte, dass es bei manchen Kunden über ein halbes Jahr dauern würde, die eigene Website zu gestalten. So braucht eben alles seine Zeit. Ein großes Dankeschön an dieser Stelle an die liebe Julia. Ihr war keine Mühe zu viel mit den Bildern für meine Website. Schaut vorbei, ihre Arbeiten sind wundervoll – und das sage ich nicht, weil sie meine beste Freundin ist.

 

Warum habe ich nun gefühlt so viel Anstrengung in das Projekt gesteckt? Ich habe weder einen 200-seitigen Online-Shop, geschweige denn die Website-Welt neu erfunden. Zuerst dachte ich, um zu 100% deinen Erwartungen als Besucher gerecht zu werden. Doch nach einigen Momenten der kritischen Selbstreflexion lautete meine Antwort: Das Projekt Website hat vor allem so lange gedauert, weil ich zu 100% meine eigenen Erwartungen erfüllen wollte. Ja, das Ding mit den eigenen Erwartungen – eines meiner Lieblings-Lernfelder ;-).

 

Ich habe mich selbst gestresst mit der Erwartung, die Website richtig aufzubauen, die richtigen Worte, das richtige Bild, die richtige Schriftart zu finden, Google-Regeln zu beachten, ausreichend Keywords zu haben... Doch was bedeutet eigentlich richtig für mich in diesem Zusammenhang? Als Coach bin ich davon überzeugt, dass es kein richtig oder falsch, kein schwarz oder weiß gibt. Der Begriff richtig steht in diesem Fall vielmehr für authentisch

 

Für mich stand im Fokus, dass die Website authentisch ist. Sie sollte meine Persönlichkeit, meinen Ansatz und meine Philosophie widerspiegeln. Das Medium Website hat mich hier vor eine Herausforderung gestellt und aus meiner Komfortzone gebracht, denn mein Zuhause ist der persönlichen Kontakt mit Menschen. Um es zusammenzufassen: Ich habe mich selbst gestresst mit der Erwartung, eine Website zu erstellen, die zu 100% authentisch ist. Wenn man weiß, was einen genau stresst, ist man ja schon mal einen bedeutenden Schritt weiter und kann dann lernen, damit umzugehen.

 

Jetzt ist die Website seit ein paar Tagen fertig und wartet nur darauf, von mir offiziell bekannt gemacht zu werden. Aber das geht natürlich noch nicht ohne einen ersten Blogeintrag, den ich schon ein paar Mal begonnen, aber immer wieder verworfen hatte. Und unter Druck kreativ zu sein, funktioniert bekanntlich selten. Natürlich habe ich erst mal gegoogelt „Wie schreibe ich einen Blogeintrag?“. Nach diversen Recherchen und langen Ausführungen, immer mehr Druck und immer weniger Kreativität kam dann auch hier die Erleuchtung: „Laura, ignoriere einfach die letzten Stunden, du willst deine Gedanken mit den Menschen teilen und keinen Award für den perfekten Blogbeitrag bekommen.“

 

Und dann habe ich mich weiter an Folgendes erinnert: In einem guten Seminar letztes Jahr wurde uns eine sehr simple, aber eindrucksvolle Übung gestellt. Auf einem Blatt waren 6 Buchstaben (2xA; 2xB; 2xC) in einer gewissen Symmetrie angeordnet. Innerhalb einer begrenzten Zeit sollten wir die jeweils gleichen Buchstaben durch eine gezeichnete Linie miteinander verbinden. In einer schriftlichen Anleitung stand genau beschrieben: „Verbinde zunächst die beiden A´s miteinander. Im zweiten Schritt verbindest du die beiden B´s miteinander. Anschließend verbindest du C und C. Ziel ist es die jeweiligen gleichen Buchstaben miteinander zu verbinden. Achtung: Die drei Linien dürfen sich nicht kreuzen oder berühren.“Nach einer Minute war die Zeit abgelaufen.

 

Bis auf einen Teilnehmer, Mike, hatte es keiner geschafft, die Aufgabe zu lösen. Die meisten von uns hatten noch gar keine Linie aufs Blatt gezeichnet. Was war also der Unterschied zwischen Mike und dem Rest von uns? Ganz einfach: Er war der Anleitung genau gefolgt. OK, du wirst dich jetzt wahrscheinlich fragen, warum wir anderen anscheinend solche Probleme hatten, eine einfache Anleitung zu verstehen? Die Antwort lautet: Wir hatten die Aufforderungen in der Anleitung verstanden, waren ihnen aber nicht gefolgt. Denn unser Fokus lag auf dem letzten Satz. Aus Angst einen Fehler zu machen und die Aufgabe nicht lösen zu können, versuchte jeder von uns zunächst die Schritte im Kopf durchzugehen und so zu einer Lösung zu kommen. Um es drastischer auszudrücken: Wir hatten die Zeit damit vergeudet, theoretisch Optionen durchzuspielen anstatt praktisch der Anleitung zu folgen. So war die Zeit abgelaufen, ohne dass die meisten von uns auch nur eine Linie aufs Blatt gebracht hätten. Wir waren keinen Schritt weitergekommen.

 

Natürlich hatte Mike auch den letzten Satz gelesen. Er hatte sich jedoch nicht von der Angst vor Fehlern blockieren lassen, sondern auf sich und den Prozess vertraut. Er hatte einfach angefangen. So war er der Anleitung nicht theoretisch, sondern praktisch gefolgt und durch sein Handeln Schritt für Schritt ans Ziel gekommen.

 

Und genauso funktioniert es doch im Leben. Um den nächsten Schritt zu sehen, musst du den ersten überhaupt gegangen sein – handelnd, nicht denkend. Loslassen von der Suche nach der perfekten Lösung (die es sowieso nicht gibt) im Kopf heißt loslassen von der Erwartung „Ich muss schon wissen wie es geht, bevor ich loslege.“ Es kommt sowieso oft anders als wir annehmen.

 

In meinem Fall bedeutete dies:

  • Loslassen von meinen eigenen, überhöhten Erwartungen an eine Website oder einen Blogbeitrag

  • Einfach machen, online gehen und weiter dran arbeiten – Schritt für Schritt

 

Und siehe da, so entsteht:

  • Mein erster Blogeintrag und der Anfang eines spannenden Weges außerhalb meiner Komfortzone

 

Ich wünsche auch dir die innere Gelassenheit gegenüber deinen Erwartungen und den Mut, von ihnen loszulassen, um einfach loszulegen. Mit dem Vertrauen in dich und das Leben kannst du gewiss sein, dass du den nächsten Schritt sehen wirst, wenn du den ersten gegangen bist. 

 

 

 

 

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